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Navigation für blinde und sehbehinderte Menschen!
 

Karten fühlbar machen

Partner des EU-Projektes HaptiMap trafen sich im Soester Kreishaus


Kreis Soest (kso.2009.08.19.354.jp). Partner des EU-Forschungsprojekts „HaptiMap“ aus mehreren europäischen Ländern diskutierten während eines Workshops im Soester Kreishaus, wie man Menschen mit persönlichen Einschränkungen und Handicaps die Inhalte digitaler Karten und weiterführende Informationen besser erlebbar und so für die Navigation erschließbar machen kann. „Das Problem besteht nicht nur darin, Karten um diese Inhalte zu ergänzen, sondern auch die technischen Voraussetzungen zu schaffen, die Anwendern mit Behinderungen Hören, Fühlen und Sehen ermöglichen“, bringt Jörn Peters, Vermessungsingenieur im Katasteramt des Kreises Soest, die Ansatz auf den Punkt. Vor diesem Hintergrund steckten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Rahmen für die weiteren Entwicklungen in HaptiMap ab und gaben so den Startschuss für die nächste Umsetzungsphase des vierjährigen Projekts.
 
Bereits im Mai brachten 18 Blinde und Sehbehinderte, Menschen im Rollstuhl und Senioren über 60 während eines Workshops im Kreishaus ihre Wünsche und Anregungen für die taktile Wiedergabe von Karteninhalten auf Navigationshilfen und Geräten ein und skizzierten erste Prototypen. Ähnliche Veranstaltungen fanden in Finnland, Schweden, Irland, Großbritannien, Frankreich und Spanien statt. Die gewonnenen Erkenntnisse griffen Entwickler nun auf vertieften sie. 
 
Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens in Soest standen die Darstellungsweisen nicht-visueller Funktionen digitaler Karten und die Möglichkeiten ihrer Abbildung in digitalen Kartenwerken. Was für blinde und sehbehinderte Menschen im Hinblick auf eine nicht-visuelle Navigation notwendig ist, das verdeutlichte Hans Georg Büker, Gästeführer der Stadt Soest, am Beispiel der Themenführung „Altstadtrundgang für Blinde und Sehbehinderte“. Als weiteren Schwerpunkt erarbeiteten die Teilnehmer Vorgaben für eine allgemeingültige Software, die über Schnittstellen ermöglichen soll, neue „HaptiMap“-Anwendungen in Mobiltelefone, PDAs, Smartphones und im iPhone zu integrieren. 
 
Fachvorträge von Dr. Johannes Ludwig, eagle eye technologies GmbH, Dr. Michael Gerhard, GeoMobile GmbH, und Markus Herzog ESRI Deutschland/con terra GmbH, begleiteten den Workshop. In einem praktischen Teil bestand Gelegenheit, sich über bereits im Einsatz befindliche Geräte zur haptischen Navigation, Datenerhebung, Datenvisualisierung sowie über die zentimetergenauen Strukturen der deutschen GPS-Satellitenpositionierungsdienste zu informieren. Besonders beeindruckte das europaweit technisch führende System „eagle eye“, ein Datenerhebungsfahrzeug, das wie die Fahrzeuge von Google oder Navteq Straßenräume erfasst. Allerdings liegen die Genauigkeiten nicht bei den üblichen fünf bis zehn Metern, sondern bei wenigen Zentimetern. 
 
Soest ist nicht nur im Rahmenn von HaptiMap neben Paris, Madrid und Lund sowie dem finnischen Nationalpark Nuuksio Test- und Pilotgebiet. In der Kreisstadt sollen auch Pilotanwendungen aus „NAV4BLIND – Navigation für blinde und sehbehinderte Menschen“ und Folgeentwicklungen erprobt werden. Für diese Projekte werden die eagle-eye-Vermessungsdaten genutzt, die einen bundesdeutschen Standard für Katasterbehörden bilden sollen. 
 
HaptiMap wird im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms durch die EU gefördert. Die Partner sind: Lunds University (Schweden, Koordination), Queen's University Belfast (Großbritannien), University of Glasgow (Großbritannien), Fundacion Robotiker (Spanien), OFFIS e. V. (Deutschland), Commissariat a l'Energie Atomique (Frankreich), Siemens AG (Deutschland), Geodeettinen Laitos (Finnland), BMT Group Limited (Großbritannien), Lunds Kommun (Schweden), Organizacion Nacional de Ciegos Espanoles (Spanien), Kreis Soest (Deutschland), Navteq B.V. (Niederlande).

Man sieht eine Gruppe der Projekt-Partner beim Geräte-Test.

Geräte-Demonstration


12.08.09




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